Ausblick EMS Branche 2020

Ausblick EMS Branche 2020

Darmstadt, 12. Dezember 2019 – Disruptive Technologien wie IoT, KI, Machine Learning, Additive Fertigung und Industrieroboter halten Unternehmen weiter auf Trab und weichen Grenzen zwischen den Branchen auf. EMS-Anbieter stehen damit vor einer einmaligen Chance: Sie etablieren sich vom reinen Auftragsfertiger zum Full-Value-Stream-Dienstleister, der mit relevantem Know-how aus verschiedenen Branchen punktet. Plexus Corp., weltweiter Anbieter von Electronic Engineering and Manufacturing Services (E2MS), hat wichtige Trends der Branche und ihr Potenzial für die EMS-Industrie zusammengefasst:

– Automation & Robotik

Künstliche Intelligenz wird zum Schlüsselfaktor, um Produktionssysteme zuverlässiger und effizienter zu gestalten. Maschinellen Lernverfahren binden unterschiedlichste Daten in ihre Auswertungen ein und können so Prozesse in Echtzeit anpassen. Letztlich steigt damit auch die Qualität und die Time-to-Market verkürzt sich. Automatisierung und Robotik stellen hier das ideale Spielfeld dar, um KI-gestützte Anwendungen zu testen. Der Einsatz von Robotern wird insbesondere im Bereich High Level Assembly, bei der Maschinenbedienung, der Endverpackung sowie der Qualitätsprüfung zunehmen.

Auch EMS-Anbieter werden weiterhin auf KI in Form von Machine Learning und Robotersystemen setzen, um ihre führende Rolle in der High-Mix-Low Volume-Fertigung auszubauen. Damit verschaffen sie ihren Kunden einen echten Mehrwert in der Produktentwicklung, der Supply Chain, der Fertigung und den Aftermarket Services.

– KI & Data Analytics

KI ermöglich darüber hinaus die 360°-Ansicht von Produkten und unterstützt damit ein agiles und effizientes Engineering. Die Algorithmen der Routing-Engines durchsuchen riesige Mengen von Produktdaten, IoT- und Sensordaten und liefern neue Einblicke sowie wichtige Informationen zur Qualitätsoptimierung. KI-gestützte Systeme sind dabei keine Alternative zum Know-how von Ingenieuren und Technikern, sondern unterstützten die Experten als smarte, datengetriebene Assistenten bei der Entscheidungsfindung.

Das Erfassen, Analysieren und Nutzen von Daten in der Smart Factory wird von EMS-Partner stärker zu einem Servicepaket für Kunden geschnürt. In ihrer neuen Rolle als Data Analytics-Dienstleister können sie Prognosen für die Supply Chain stellen, das Forecasting und Bestandsmanagement automatisieren über Remote-Systeme Anlagen steuern, und schneller beim Kundenservice agieren.

– Additive Fertigung (3D-Druck)

Die Additive Fertigung beschleunigt das Prototyping und das Drucken von Produktionswerkzeugen. Neue und verbesserte 3D-Druckmaterialien werden diesen Trend weiter anschieben – insbesondere, wenn Drucker und Material im Preis fallen und ihre technischen Fähigkeiten wachsen. In Kombination mit additiven Fertigungsvorrichtungen vor Ort können Hersteller Kosten für Geräte und Produkte (z. B. medizinische Implantate, chirurgische Werkzeuge) deutlich senken.

EMS-Anbieter verfügen hier über das nötige Know-how, um additive Fertigung in den Design- und Fertigungsprozess eines Kunden zu integrieren (Design-for-Additive-Manufacturing). Gleichzeitig stellen sie die nötige Fertigungsumgebung sowie 3D-Druck-Komponenten zur Verfügung und arbeiten verstärkt mit Anbietern von 3D-Druckern zusammen.

– Nachhaltigkeit in der Supply Chain

Nachhaltige und ethisch verantwortungsvolle Produkte werden für Unternehmen, Kunden und Endverbraucher immer wichtiger. Dazu gehören faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie nachhaltig produzierte und gehandelte Produkte. Corporate Social Responsibility (CSR) als fester Bestandteil von Geschäftsmodellen entwickelt sich so zum Wettbewerbsfaktor.

EMS-Partner können hier ihre Erfahrung und Expertise im Supply Chain Management einbringen und Unternehmen unterstützten, CSR-Initiativen zu erfüllen. Eine höhere Transparenz stellt sicher, dass Umweltauflagen und Menschenrechte über die ganze Lieferkette hinweg eingehalten werden.

– Nanotechnologie, Roboterchirurgie, 3D-Visualisierung

Insbesondere in der Medizintechnik steht Herstellern eine gewaltige Welle an Innovationen bevor: Die Miniaturisierung ist weiter vorangeschritten, ebenso wie der Einsatz von Nanotechnologie in der Medizin- und Biotechnik. Mithilfe von Nanopiezotronik sollen implantierbare Geräte zukünftig direkt durch die biomechanische bzw. biochemische Energie (z. B. Herzschlag) eines Patienten betrieben werden. Auch die robotergestützte Chirurgie boomt und führt zu komplexeren, mehrteiligen Systemen, die neben mechanische und optische Teile (z. B. Roboterarm) einen hohen Anteil an Software und Elektronik (z. B. 3D-Visualisierung) beinhalten.

– Internet of Medical Things (IoMT)

Gleichzeitig nimmt mit der fortlaufendenden Miniaturisierung, den Fortschritten in der drahtlosen Technologie und der steigenden Rechenleistung von Systemen die Zahl der vernetzten Medizingeräte weiter zu. Das Internet der medizinischen Dinge (IoMT) stellt die digitale Infrastruktur her, in der Medizinprodukte, Softwareanwendungen sowie Gesundheitssysteme und -dienstleistungen miteinander verknüpft, und Daten kontinuierlich erzeugt, gesammelt, analysiert und ausgetauscht werden. Das verändert zunehmend die Geschäfts- und Betriebsmodelle von Medizintechnikunternehmen.

– Medical Device Regulation (MDR)

Die Innovationswelle der Medizintechnik wird begleitet von strengeren gesetzlichen Anforderungen. Spätestens ab 2020 müssen Hersteller in der EU gemäß MDR die Wirksamkeit ihre Medizinprodukte wesentlich aufwendiger nachzuweisen. Vor allem für mittelständische und kleine Unternehmen in der Medizintechnikbranche ist die Umsetzung ein echter Kraftakt. Nicht nur werden die Zulassungsvoraussetzungen für neue Produkte deutlich erhöht, auch für Altgeräte muss der Nutzennachweis über klinische Studien quasi nachgeliefert werden. Dafür fehlt es meist nicht nur an Personal, sondern auch an Erfahrung.

Neue Technologien, höhere Komplexität bei den Produkten und ein verschärftes regulatorisches Umfeld wird für Hersteller von medizinischen Geräten spürbare Folgen haben. Branchenspezifisches sowie branchenübergreifendes Know-how sowie langjährige Erfahrung und Expertise im Umgang mit Compliance-Anforderungen stehen hoch im Kurs. EMS-Anbieter können sich hier als verlässliche Partner für die Entwicklung, die Fertigung sowie die Kommerzialisierung von Systemen und Geräten profilieren. Das gibt Herstellern die Möglichkeit, sich auf ihr Kerngeschäft der Forschung und Entwicklung zu konzentrieren, und dabei auf die technische Kompetenz und Marktkenntnis von EMS zu vertrauen.

Über Plexus:

Plexus arbeitet seit 1979 gemeinsam mit Unternehmen an Lösungen und Produkten für eine bessere Welt. Das Team aus mehr als 19.000 Experten bietet Dienstleistungen weltweit im Bereich Design und Entwicklung, Supply Chain-Lösungen, Neue Produkteinführung (NPI), Produktion und Aftermarket Services. Plexus ist branchenführend bei der Realisierung komplexer Produkte, die in regulierten Umgebungen eingesetzt werden. Basierend auf Innovation und Kundenservice entwickeln die Plexus-Teams kundenspezifische End-to-End Lösungen, um selbst anspruchsvollste Produkte zuverlässig umzusetzen. Weitere Informationen unter www.plexus.com/de-de/

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